Säule I - Hochwasserschäden vorbeugen

Die wesentlichen Ziele der Säule I (Hochwasserschäden vorbeugen) von Pro Gewässer 2030 sind die Vermeidung neuer Risiken, die Verringerung bestehender Risiken sowie die Reduktion nachteiliger Folgen während und nach einem Hochwasser. Dies sind auch die Ziele der europäischen Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (EG-HWRM-RL).
In Anlehnung an die EG-HWRM-RL besteht die Säule I aus den folgenden 5 Handlungsfeldern:
- Vermeidung: Die Flächen- und Bauvorsorge ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzes. Ein wesentlicher Baustein ist die Ermittlung und Festsetzung von Überschwemmungsgebieten.
- Schutz – natürlicher Rückhalt: Durch eine Förderung des Rückhalts in der Fläche sowie des natürlichen Rückhalts in den Gewässern und Auen kann auf die Hochwasserentstehung positiv eingewirkt sowie der Hochwasserschutz bei kleinen Ereignissen verbessert werden.
- Schutz – technischer Hochwasserschutz: Der Neubau von "klassischen" technischen Hochwasserschutzanlagen wie Rückhaltebecken, Deichen, Wänden oder mobilen Elementen ist unverzichtbar für den Schutz vor 100-jährlichen oder selteneren Ereignissen.
- Vorsorge: Nicht nur der Staat kann Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser ergreifen. Auch die Kommunen und jede einzelne Person kann in ihrem Bereich vorsorgend tätig werden. Wichtig ist es, mögliche Betroffene für den Umgang mit Hochwasserrisiken zu sensibilisieren und das Risikobewusstsein zu erhöhen.
- Bewältigung und Nachsorge: Bei jedem Hochwasser versuchen die Einsatzkräfte, Leib und Leben zu schützen und das Ereignis mit möglichst wenigen Schäden zu bewältigen. Die anschließende gezielte Nachsorge schafft Grundlagen und liefert Informationen, mit denen die Vorbereitung auf zukünftige Hochwasserereignisse verbessert werden soll.
Zur Umsetzung dieser Maßnahmen braucht es unterschiedliche Akteure, vom Staat über die Kommunen bis zu den einzelnen Bürgerinnen und Bürgern. Hochwasserschäden vorzubeugen ist eine dauerhafte Aufgabe, die nur gemeinschaftlich gelöst werden kann. Jeder kann seinen Teil dazu beitragen.

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Einen umfassenden Überblick liefern auch die Broschüren "Wann trifft uns das Wasser? – Hochwasser- und Starkregenrisiken gemeinsam reduzieren". Diese gibt es in zehn regionalen Varianten. Die Broschüren geben wichtige Informationen über die Gefahren von Hochwasser und Starkregen in der jeweiligen Region. Darüber hinaus enthalten sie Handlungsempfehlungen aus den Bereichen "Nachsorge", "Vermeidung", "Schutz" und "Vorsorge" für die Verringerung des Risikos und der damit einhergehenden Schäden.